Im Jahre 1382 ist erstmals von Behausungen hier die Rede. 1486 taucht zum ersten Mal in altdeutscher Abwandlung der Name “Zur Lauben“ auf, denn es heißt dort: “ Kloster Sent Symphoriaens bei der Leufen“. Im Zuge der deutschen Sprachveränderung wechselte auch der Name des Ortes. 1579 hieß es “ zur Leuffen“, 1742 “zur Laywen“, 1787 “zur Lauben“. Daraus entstand „Zurlauben“. Unter Lauben verstand man ein Haus mit offener Galerie.

 

Maßgeblich für die Entwicklung “Zurlaubens“ dürfte der Bau des Martinsklosters im Jahre 1626 gewesen sein. Ein Flügel dieser alten Abtei, heute ein Studentenwohnheim, ist 100 Meter von hier entfernt, das zweite Gebäude hinter der Brückenauffahrt. Neben diesem Bau steht eine Kopie der alten Kreuzigungsgruppe aus dem Jahre 1498. Das Original ist in der St. Pauluskirche. Dem Kloster St. Martin gehörte das ganze Land hier. Jedoch enteignete Napoleon Grund und Boden und verkaufte diesen parzellweise für einen Taler an die Zurlaubener Bürger.

Die Häuser dieser Straße, wie sie heute noch hier stehen, wurden gegen Ende des 17. Jahrhunderts nach der Zerstörung der alten Häuser durch die Franzosen errichtet. Einige Häuser wurden zwischen 1775 und 1795 erneuert. Manche tragen noch über den Türen Jahreszahleninschriften aus dieser Zeit.


Damals stand auch noch die alte Martinsmühle mit ihren 2 markanten, spitzen Türmen.  leider wurde sie vor etwa 35 Jahren wegen der baufälligen Fundamente abgerissen.

Alt “Zurlauben“ ist seit dem 17. Jahrhundert ein Ort der Fischer, Gärtner und Handwerker gewesen. In manchen dieser Häuser sind heute noch die alten Räucheröfen erhalten, in denen die gefangenen Fische zum Räuchern aufgehängt wurden. “Zurlauben“ war bis Ende des letzten Jahrhunderts ein eigenständiges Dorf, das durch große Wiesen - und Ackerflächen von Trier getrennt war.
 
Jedoch schon seit mehr als 200 Jahren ist es Sitte, dass die Trierer Bürger bei gutem Wetter hierhin spazierten und in den Gastlauben ihren “Porz Viez“ tranken und dazu Moselfische aßen. Die Lauben sahen damals anders, denn sie waren offene, überbaute Terrassen.

 

 

 

Sie glichen in etwa dem allein stehenden Gebäude, dem heutigen Sängerheim, jedoch waren diese zu einer oder sogar drei Seiten hin geöffnet. Auch diese Laube hatte ursprünglich dieses Aussehen.

In vielen alten Gaststätten findet man heute an den Wänden Fotos aus dieser Zeit.

Den Moseldamm in seiner eutigen Form gab es noch nicht, sondern der Abschluss der Lauben bildete eine 2-3 Meter hohe Mauer. Damals hatte man  noch von der Terrasse aus die ungehinderte Sicht auf die Mosel. Dieser Anblick mag auch Georg Schmitt, der hier im Hause geboren wurde, zur Komposition des berühmten Mosellieds inspiriert haben.

 

Notwendig wurde der Damm, da vor der Kanalisierung der Mosel “Zurlauben“ ständig von Überschwemmungen heimgesucht wurde. An der Außenwand des letzten Hauses dieser Straße in Richtung Moselbrücke sind Metallschilder angebracht, die auf die größten Hochwasserkatastrophen vom Anfang des 20. Jahrhunderts hinweisen. Zeitweise stand das Wasser mehr als 1,60 Meter über der unteren Straße. Dann zogen die Bürger in die erste Etage und und mussten sich gedulden, bis die Wassermassen zurückgegangen waren. So war es auch notwendig, die Schwimmbrücke, die hinter der Laube zur Insel führte, mit starken Drahtseilen zu befestigen, um ein wegschwimmen zu verhindern. Vor der Gaststätte Mosellied findet man noch den alten Stein, an dem die Seile befestigt waren.

 

In der Gaststätte kauften die Bürger ihre Fahrkarten für die Fähre, die von der Insel bis zum anderen Ufer fuhr. Als 1913 die Moselbrücke von Kaiser Wilhelm gebaut wurde, stellte man den Fährbetrieb ein. Heute gibt es hier auch keine Fischer mehr, da die Kanalisierung der Mosel und  Industrieabwasser den einstigen Fischreichtum der Mosel sehr stark dezimiert haben.

 

Eines ist jedoch seit Jahrhunderten erhalten geblieben, nämlich der Erholungscharakter dieses Ortes, der schon seit eh und jeh durch die Lauben geprägt wurde. Wir hoffen, dass Sie sich hier genauso wohl fühlen wie die Bürger vor mehr als 200 Jahren als diese hier ihren Viez tranken.

Der Name des Trierer Nationalgetränks “Viez“ ist auf die Napoleonische Zeit zurückzuführen. Damals beschlagnahmte Napoleon allen Moselwein und die Trierer saßen auf dem “Trockenen“. So erzeugten sie aus der Frucht des hier wachsenden Holzapfels einen eigenen Wein. Da dieser der stellvertretende oder auch zweite Wein war, also der Viezewein, nannte man ihn “Viez“.

 

Gasthaus Mosellied

Zurlaubener Ufer 86

54292 Trier

  • Gutbürgerliche Küche
  • Gästezimmer
  • Moselterrasse 
  • Bundeskegelbahn

 

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Sonntags bis Samstags

täglich von 15 -  24 Uhr 

Küche von 15 -  22 Uhr

 

Für Gruppen ab 15 Personen

ist eine Reservierung nach vorheriger Anmeldung auch außerhalb der regulären Zeiten möglich !

 

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Aktualisiert am 6.August 2018 von